Grundsätzlich gilt, dass eine Kreditaufnahme in der Bilanz erscheinen muss – und zwar bei beiden Parteien. Dies sorgt dafür, dass die Vermögensstruktur transparenter wird. Außerdem erhalten Gesellschafter, Inhaber, Aktionäre, aber auch die Öffentlichkeit wichtige Informationen, die den Stand eines Unternehmens betreffen.
Was passiert bei einem Firmendarlehen genau?
Im Rahmen eines Firmenkredits überlässt eine Bank einem Unternehmen Geld. Dieses wird in Gebäude, Maschinen oder Rohstoffe investiert. Dabei entsteht beim Unternehmen eine Verbindlichkeit und bei der Bank eine Forderung. Die Firma, die den Kredit aufnimmt, erwirbt damit Vermögenswerte entweder in Form von Umlauf- und Anlagevermögen oder in Form immaterieller Güter, wie zum Beispiel Lizenzen oder Patente. Je nachdem, ob die Bank sich das Geld für den zu vergebenden Kredit selbst leihen muss oder diesen aus Barmitteln bestreitet, entsteht bei ihr eine Forderung beziehungsweise es verringert sich das Barvermögen.
Was geschieht mit dem Firmenkredit in der Bilanz?
Bilanzwirksam sind Forderungen, Verbindlichkeiten, Anlagevermögen sowie Umlaufvermögen. Ein Kredit muss also in der Bilanz erscheinen, da es sich bei ihm entweder um Forderungen oder um Verbindlichkeiten handelt. Außerdem kann die Kreditsumme auch in das Umlauf- oder Anlagevermögen eines Unternehmens mit einfließen.
Beim Kreditnehmer taucht das Darlehen auf der Passivseite in der Bilanz auf. Es wird dem Fremdkapital als Verbindlichkeit zugeordnet. Die mit dem Darlehen erworbenen Investitionen erscheinen auf der Aktivseite. Je nach Art der Investition werden sie dem Anlage- oder Umlaufvermögen zugeschlagen.
Beim Kreditgeber, also der Bank, erscheint der Kredit als Forderung auf der Aktivseite. Hat die Bank das Darlehen durch einen Kredit bei einer anderen Bank finanziert, so erscheint er auch als Verbindlichkeit auf der Passivseite der Bilanz. Bei einer Auszahlung des Kredits aus den Barmitteln der Bank verringern sich die Barreserven auf der Aktivseite dementsprechend.
